Achalasie ist im Kindesalter extrem selten. Die ohnehin oft schon problematisch zu diagnostizierende Krankheit wird in jungen Jahren vielfach noch schwerer erkannt als im Erwachsenenalter, da sie bei Kindern extrem selten ist, und die kleinen Patienten ihre Probleme und Symptome nicht so konkret beschreiben und lokalisieren können.

Achalasie ist kein psychisches Problem!!! Sehr schwer ist es, wenn die Erkrankung in einem Alter auftaucht, in dem ein psychischer Faktor durchaus möglich scheint...

Anzeichen

  • beim Essvorgang wird die Atmung ggf. schwer, brodelig und „eng“
  • das darauffolgende Erbrechen der Nahrung erfolgt meist ohne große Konvulsionen, und danach kann weitergegessen werden
  • das Erbrochene riecht nicht sauer
  • ggf. kommen Reste von der zurückliegenden Mahlzeit mit später eingenommener Flüssigkeit wieder hervor – auch hier keine wirklichen Anzeichen von Verdauung
  • insbesondere trockenes Fleisch, langfaseriges Gemüse, manches Obst oder gar Rohkost begünstigen das Erbrechen
  • selbst Brötchen und Stutenteig bereiten Schwierigkeiten (verkleben).

Ernährung

Die Ernährungskriterien sind ähnlich, wie bei den Erwachsenen. Bei ganz kleinen Kindern ist es hier wieder etwas schwieriger, da Probleme nicht immer gut geäußert werden können.

Lebensmittel, die oft Schwierigkeiten bereiten könnten, sind oben schon erwähnt, aber letztendlich ist es bei jedem Betroffenen etwas anders.
Einige Vorgehensweisen können jedoch hilfreich sein:

  • sehr sorgfältig kauen ist gut (ist allerdings recht mühselig, denn die Kinder schaffen das bis ins frühe Jugendalter oft nicht gut (und ganz kleine Kinder sowieso nicht!)
  • in Ruhe die Mahlzeiten einnehmen und ausreichend dabei trinken
  • Lebensmittel, die zusammen mit Getränk zu dünnem Brei werden (Butterkekse, Brotstangen...) funktionieren in der Regel recht gut.
  • Kleine Kinder, die noch Babynahrung essen, erbrechen selbst diese vielleicht auch. Man muss einiges ausprobieren – Milchbrei funktioniert ggf., denn der wird mit Getränk und Speichel sehr flüssig (im Gegensatz zu Mittagsmahlzeiten, die dicker sind und manchmal auch Stückchen enthalten)
  • ‚normales‘ Essen pürieren und ‚dünn‘ machen
  • wenn doch wieder steckt, hilft vielleicht, die Arme über den Kopf zu strecken oder aufzustehen und ein wenig herumzulaufen.

Tipp: Wenn die Kinder noch klein sind, können sie den Zeitpunkt des Erbrechens wenig kontrollieren. Da hilft es, ein Schüsselchen zum Auffangen bereitzuhalten - das reduziert die Hektik am Tisch (wenn es soweit ist) und auch den Wäscheberg... smiley

Auf dem Weg zur Diagnose

  • Es ist sehr beruhigend für Eltern, wenn die Kinderärztin oder der Kinderarzt die Sorgen ernst nimmt und bei der Ursachensuche engagiert handelt (z.B. an Krankenhäuser/Gastroenterologen überweist, wenn er/sie nicht weiter weiß)
  • Die Kinder brauchen die Unterstützung der Familie, und es belastet sie sehr, wenn ihnen nicht geglaubt wird, dass sie nicht extra erbrechen
  • Es ist vorgekommen, dass nach einer Magenspiegelung die Essprobleme verschwunden waren und nach 2-3 Wochen erst wieder auftauchten. Das lag daran, dass durch das Endoskop eine kleine Dehnung erfolgt ist.

Untersuchungen

Zur Diagnose bzw. im Vorfeld eines Eingriffes können unterschiedliche Untersuchungen notwendig sein.

Besonders erwähnen kann man:

  • die Manometrie (Druckmessung der Speiseröhre), bei der die Muskelaktivität in der Speiseröhre und Mageneingang kontrolliert wird.
  • den Breischluck (Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel), bei dem ein Kontrastmittel getrunken wird, mithilfe dessen beim Röntgen der Schluckakt beobachtet werden kann.

Beide Untersuchungen sind nicht so schön, und das macht eine gute Mitarbeit der Kinder nötig. Aber die zuständigen Ärzte haben vielleicht Tipps, wie diese für ein Kind ein wenig angenehmer gestaltet werden können. (Kontrastmittel geschmacklich verbessern...)

Therapie

Prinzipiell stehen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung, wie bei den Erwachsenen:

  • Operation
  • Dilatation
  • Botox

Die Entscheidung darf und muss man in der Regel selber treffen, aber ein bzw. eine mit der Erkrankung vertraute/r Chirurg/in wird wahrscheinlich eine Empfehlung aussprechen und diese gut begründen

Vielleicht bietet das Krankenhaus auch ein Nachsorgeschema an, bei dem die kleinen Patienten auch nach dem Eingriff weiter ambulant betreut werden.

Umfeld

Nicht richtig essen zu können, ist oft eine noch größere Belastung, wenn man sich im Kreise anderer Leute befindet.

Bei einem verständnisvollen Umfeld kann eine gewisse Offenheit mit der Erkrankung helfen, Missverständnissen vorzubeugen. Wenn das Essen dann den falschen Weg nimmt, ist der Schrecken bei Außenstehenden nur halb so groß, und die Furcht vor einem Magen-Darm-Infekt kommt gar nicht erst auf. Gerade im Kindergarten und in der Schule verringert das ggf. auch die Aufforderungen, das Kind abzuholen.

Kontaktaufnahme

Da die Achalasie insgesamt bei den Kids extrem selten ist (von allen Achalasie- Betroffenen sind nur 5% Kinder), gibt es praktisch keinen Kinderchirurgen, der über größere Erfahrung verfügt.

Diesem Missstand wird versucht, durch eine Kooperation mit der Kinderchirurgischen Universitätsklinik Marienhospital Herne und Herrn Dr. Schulz auszugleichen.

Diese Kooperation besteht seit 1998, funktioniert hervorragend und sie haben in dieser Kooperation schon einige Kinder gemeinsam operiert.

Wenn sich Eltern mit achalasiebetroffenen Kindern bei Herrn Dr. Schulz melden, arrangieren sie in Abhängigkeit vom Alter der Kinder entweder:

a) eine komplette Behandlung im EVK Castrop-Rauxel (Kinder ab 10 LJ aufwärts)

b) wird an einen Kinderchirurgen weitergeleitet

 

Dr. med. Henning G. Schulz
Chefarzt für Allgemein- und Visceralchirurgie
- Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie -
Evangelisches Krankenhaus Castrop-Rauxel Grutholzallee 21
44577 Castrop-Rauxel
Tel: 02305 - 102 – 2231
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Achalasia in Childhood

 

Achalasia in childhood is extremely rare. The disease is already difficult to diagnose and more so in younger years as childhood achalasia is extremely rare and the little patients cannot precisely describe and locate their problems and symptoms.

Achalasia is not a psychological problem!!! It is very problematic, if the disease shows at an age, when a psychological factor seems possible...

Signs

  • the breathing may become difficult, bubbly and “tight”
  • the following regurgitation of the food is often without major convulsions and usually the child continues to eat
  • the regurgitated food does not smell sour
  • it is possible that remains of the last meal “come up” again later with some liquid – here, as well, no real signs of digestion
  • especially dry food, vegetables with long fibres, certain fruits or raw vegetables tend to provoke regurgitation
  • even toast and sweet rolls are difficult to eat (form a lump)

Nutrition

The criteria regarding the nutrition are similar to those of the adults. When the children are extremely young, it is again more difficult, as they cannot explain their problems accurately.

The kind of food that often causes difficulties are mentioned above, but in the end, each patient has got his individual situation.

Some procedures may be helpful:

it is good for the children to chew properly (though quite wearisome, as the children often do not succeed in chewing sufficiently until the early teenage years (not to mention very small children!))

  • allow enough time to eat the meals without hectic and drink sufficiently
  • food that turns into thin mush when eaten with liquid usually works quite well (plain biscuits, bread sticks...)

Though, children who still eat baby food might even regurgitate this. It is the trial and error method. Some kinds of milk pudding might work as well, because these turn quite liquid with beverages and saliva (in contrast to baby lunch meals, that are thicker and sometimes contain little chunks)

  • puree ‘normal’ food to make it ‘thin’

if the food gets stuck, it might help to get up and walk around a little or to lift the arms above the head.

Tip: When the children are still small, they cannot control the regurgitation. It is then helpful to have a little bowl at hand. This reduces the hectic at the table (when the time has come) and also the mountain of dirty washing ... 

The way to the diagnosis

  • it is very comforting for parents, when the paediatrician takes their worries seriously and acts resolutely (e.g. transfers the patient to hospitals/gastroenterologists, should he/she not be able to make a diagnosis)
  • The children need the support of the family and it is a great burden for them, if other people think that they regurgitate on purpose.
  • It has happened that the eating problems vanished after a gastroscopy had been made and then reappeared after 2-3 weeks. That was due to a small ‘dilatation’ made by the endoscope.

Examinations

Different examinations might be needed, either for diagnostic purposes or prior to a surgery.

To mention are:

  • The manometry of the gullet (pressure measurement), in the course of which the muscle activity in the gullet and the cardia is being monitored.
  • The barium swallow (x-ray with barium as contrast agent), where you drink barium liquid that shows up as white on the x-rays. The procedure of the barium while swallowing it can be observed and evaluated.

Both examinations are not very pleasant and, therefore, it is necessary that the children cooperate as best as possible. But the doctors in charge might have an idea how these examinations can be made a bit more pleasant (e.g. to improve the taste of the barium liquid...)

Therapy

Basically, children have the same treatment options as adults with achalasia:

  • Surgery
  • Dilatation
  • Botox

Every patient can and has to make the respective decision himself, but a trusted surgeon who is familiar with the disease will probably make a suggestion and give good reasons for it. Maybe, the hospital offers a medical aftercare, so that the little patients can receive further care after the surgery.

Environment

Very often, it is an even greater burden not to be able to eat properly, if you are in company of other people.

With an understanding environment, it might prove good to handle the problems openly as this reduces unnecessary misunderstandings. Should it then happen that the food “takes the wrong path”, the alarm people not belonging to the family experience is much less pronounced and there is no sorrow to catch the stomach flu.

Especially in the kindergarten and in school, the nurses and teachers might ask you less frequently to pick your child up.

Contact

As achalasia in childhood is generally very rare (only 5% of the achalasia patients are children), there are basically no paediatric surgeons with substantial experiences.

We try to minimize this shortcoming by cooperating with the Kinderchirurgischen Universitätsklinik Marienhospital Herne und Herrn Dr. Schulz.

This cooperation has been in effect since 1998, works excellently and quite a few children underwent a surgery by this joint cooperation.

If parents with achalasia-affected children contact Dr. Schulz, he arranges (dependant on the respective age of the little patient) either:

 

  1. comprehensive treatment at the EVK hospital in Castrop-Rauxel (children from the age of ten+)
  2. is forwarded to a pediatric surgeon

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Okt
7

07.10.2017 10:30 - 16:00

Okt
28

28.10.2017 10:00 - 17:00

Nov
4

04.11.2017 10:00 - 17:00

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