Chronisches Sodbrennen/Reflux nach einer Achalasie-Operation

 

Der Rückfluss (Reflux) von saurem Magensaft in die Speiseröhre nach einer Achalasie-Behandlung (LHM / POEM / Dilatation) kann leider als unerwünschte Begleiterscheinung auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Problem auftritt, ist unterschiedlich hoch: Laparoskopische Heller-Myotomie mit Manschette (LHM) ca 10%, POEM ca 40%, Dilatation ca 20%.

 

Die Ursache dieses Refluxes liegt in einer Schwäche des unteren Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen begründet, die im Rahmen einer der o.g. Behandlungen bei der Achalasie bewusst herbeigeführt wird, um das Schlucken wieder zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass die Reinigungsfunktion der Speiseröhre im Rahmen der Achalasie durch die fehlende Peristaltik (Pumpwelle der Speiseröhre) deutlich eingeschränkt ist. Das macht die Speiseröhre obendrein besonders anfällig für die zurückfließende Säure.

 

Die typischen Symptome wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen können die Lebensqualität erheblich einschränken, teilweise nimmt bei den Achalasiebetroffenen aber auch langsam die Intensität der Schluckstörungen wieder zu, ohne das Sodbrennen gespürt wird.

 

Noch eine Operation?

 

Bei chronischem Sodbrennen helfen in vielen Fällen Säureblocker (Protonenpumpeninhibitoren, PPI), die Beschwerden einzudämmen, aber teilweise genügt das nicht. Wenn die PPI nicht ausreichend wirken, gibt es die Möglichkeit eines weiteren operativen Eingriffs. Nach POEM oder Myotomie ohne Manschette besteht die Möglichkeit, per Bauchspiegelung eine Manschette um den Schließmuskel zu legen, um ihn zu kräftigen.

 

Wurde bei der Achalasie-Operation bereits eine Manschette gefertigt, kann zwar durch Umformung dieser Manschette der Reflux unterbunden werden, es besteht aber die große Gefahr, dass die Schwierigkeiten beim Schlucken zurückkehren. Dies stellte bislang ein echtes therapeutisches Dilemma dar.

 

Ein schonende Alternative könnte das EndoStim-Verfahren bieten, das sich nach allen Arten von Achalasie-Voroperationen anwenden lässt. Bei dieser Methode werden laparoskopisch zwei kleine Elektroden im Schließmuskel fixiert und mit einem in der Bauchdecke eingesetzten Stimulator verbunden. Dieser Stimulator sendet elektrische Impulse an die Elektroden und kräftigt auf diese Weise den Schließmuskel so, dass er wieder richtig abdichten kann. Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass man die bereits vorhandene Anatomie nach Heller-Myotomie oder auch POEM kaum verändern muss und die Stärke der Stimulation nach dem Eingriff individuell einstellbar ist (drahtlos per Funk durch die Haut). Bei klassischen Refluxpatienten ohne Voroperation hat sich das System bereits seit einigen Jahren bewährt.

 

Erste Ergebnisse bei Achalasie-Betroffenen wecken große Hoffnungen

 

Nach Achalasieoperationen wurde EndoStim zunächst an Tieren getestet1: Bei fünf Schweinen wurde der Druck des unteren Speiseröhrenschließmuskels durch POEM bewußt geschwächt und im Rahmen der POEM zusätzlich per Bauchspiegelung ein Endostim-Stimulator eingesetzt. Mittels Manometrie wurde der Druck des Schließmuskels dann mit und ohne elektrische Stimulation gemessen. Ergebnis: Trotz Myotomie konnte der Ruhedruck im Schließmuskel durch die Stimulation angehoben werden (=Stärkung des Refluxventils)

 

In Chile fand dann die erste EndoStim-Operation an einer sodbrennenbetroffenen Patientin nach operativer Myotomie und Manschettenanlage statt – mit Erfolg2.  Die Patientin ist seitdem beschwerdefrei und kann vollständig auf PPI verzichten. Dieses Ergebnis – PPI-Freiheit - erzielte man anschließend auch in Hongkong bei einem Patienten mit Reflux nach POEM.

 

In Deutschland wurde EndoStim nach Myotomie mit Manschette erstmals 2014 am EVK Castrop-Rauxel im Rahmen eines individuellen Heilversuchs implantiert. Bei diesem Patienten gelang es, die tägliche notwendige PPI-Dosis von regelmäßig 40mg durch den Schrittmacher überflüssig zu machen und ihn auf eine Bedarfsmedikation umzustellen.

 

Seitdem wurden insgesamt 3 weitere Endostim-Stimulatoren bei myotomierten Achalasie-Betroffenen erfolgreich eingebaut – alle Betroffenen konnten Ihre zum Teil hohe tägliche PPI-Dosis größtenteils auf Null reduzieren.

 

Das Verfahren befindet sich zwar bei refluxbetroffenen Achalasiepatienten nach Voroperation noch im Erprobungsstadium, die bislang vielversprechenden Ergebnisse sind aber sehr ermutigend:

Das Endostimverfahren scheint einen Ausweg zu bieten, wenn refluxbetroffene Achalasiepatienten keine dauerhafte Einnahme von PPI hinnehmen möchten oder aber die Lebensqualität trotz PPI erheblich eingeschränkt ist.

1 Ciotola F et al., Surg Endosc. 2015 Jan;29(1):230-5

2 Rodriguez L et al., präsentiert auf dem Annual Meeting der Society of American Gastrointestinal and Endoscopic Surgeons 2013,

 

 

Liebe Besucher der Website der Achalasie-Selbsthilfe e.V. !

Die allererste und oft allerwichtigste Frage und Erwartung von Neu-Achalasie-Betroffenen an den Selbsthilfeverein ist die:

„Wo finde ich in meiner Nähe einen kompetenten Arzt oder Ärztin und wie sind die Erfahrungen mit ihm/ihr?“

Tatsächlich gibt es sehr viele Ärzte, die keine Ahnung von Achalasie haben und auch viele, die wenig Ahnung haben und trotzdem behandeln und es gibt einige, die kompetent und erfahren sind.

Wie soll man sich in einer solchen Landschaft zurechtfinden?

Tatsächlich gibt es bisher nirgendwo in Deutschland einen Überblick über die Versorgungsangebote und Therapiemöglichkeiten für die Achalasie.

Also müssen wir als Achalasie-Betroffene unsere  Informationen und Erfahrungen selbst zusammentragen.

Derzeit haben sich etwa 800 Betroffene bei der Achalasie Selbsthilfe gemeldet. Sicherlich gibt es zusätzlich Interessierte, die unsere Website besuchen.

Wenn alle diese Menschen unseren Fragebogen ausfüllen und zusenden würden, hätten wir schon einen aktuellen flächendeckenden Überblick über die Versorgungssituation. Die Lücken können in den nächsten Jahren geschlossen werden und die gemeldeten Veränderungen können das Bild aktuell halten.

Wir möchten im Wesentlichen gerne wissen, in welchen Kliniken und Fachpraxen, welche Behandlungen durchgeführt wurden und wie die Zufriedenheit damit war.

Diese Informationen werden dann den Regionalleiter/innen zur Verfügung gestellt. Damit können in Zukunft die oben beschriebenen Anfragen wesentlich besser beantwortet werden.

Wir bitten daher dringend darum, sich zur Seite Befragungen durchzuklicken und den Fragebogen aufzurufen. Eine Erläuterung zu diesem ist dort auch zu finden.

Im Interesse und Namen aller jetzigen und zukünftig von Achalasie Betroffenen bedanken wir uns sehr herzlich für das Mitmachen.

Der Vorstand Achalasie-Selbsthilfe e.V.

Das Fachbuch "Ein Leben mit Achalasie" kann ab sofort bestellt werden.

The book “A Life with Achalasia” is available (in German)

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